Logistik

Wir nutzen diesen Begriff eigentlich ständig und wissen doch nicht ganz so genau, was sich dahinter verbirgt: Logistik! Kein Wunder, ohne die Logistik steht die Wirtschaft still. Denn hinter der Logistik verbirgt sich die Nutzung sowie die Kontrolle von Waren-, aber auch Informationsflüssen innerhalb wie auch über das eigene Unternehmen hinaus. Die Hauptaufgaben der Logistik finden wir in der Steuerung, Koordination sowie der Planung der Wertschöpfungskette.  Derart strukturiert können die erforderlichen Prozesse effektiv durchgeführt werden.

Die Logistik an sich wird in die folgenden Bereich unterteilt:

  • Beschaffungslogistik: Hierunter versteht man das Bestellen von Materialien und Rohstoffen. Auch die Auswahl von Lieferanten fällt in diesen Bereich. Natürlich muss die Qualität der Rohstoffe geprüft werden. Schon bei der Beschaffung der Rohstoffe kommt es auf die Einhaltung von Terminen und pünktlicher Zustellung an.
  • Produktionslogistik: Die Kontrolle sowie die Optimierung der Produktion sowie der folgenden Transportwege gehört in diesen Bereich. Zudem ist die Kontrolle der Herstellungskosten hier zu finden. Die Lagerhaltung in Bezug auf die Rohstoffe und hergestellten Waren ist ein wichtiger Faktor, auch die Optimierung der dazugehörigen Kosten. Nach Möglichkeit sollte das Warenangebot vielfältig gehalten werden und gleichzeitig ein überschaubarer Bestand vorhanden sein.
  • Distributionslogistik: Sie wird auch Absatzlogistik genannt. Hier werden die Vermittlung und der Versand der Waren bzw. der Informationen organisiert. Logistiker, die in der Distriubution tätig sind, kümmern sich um eine ordnungsgemäße, pünktliche Anlieferung beim Kunden. Auch sind sie für die Vermeidung von unnötiger Verpackung oder aber spezieller Verpackung zuständig.
  • Entsorgungslogistik: Innerhalb des Wertschöpfungsprozess ist auch die Entsorgung zu gewährleisten. Hierzu gehören die Verpackungsmaterialien sowie Abfälle aller Art, die mit diesem Produkt in Zusammenhang stehen und ordnungsgemäß zu entsorgen sind. Auch die nachhaltige Entsorgung, der Transport und die bei der Entsorgung entstehenden Emissionen fallen in den Organisationsbereich der Entsorgungslogistik. Wie in allen anderen Bereich auch steht die Umweltverträglichkeit sowie auch die Schonung derselben im Mittelpunkt.

Wie man sehen kann, ist eine florierende Wirtschaft ohne die Logistik gar nicht möglich. Allerdings ist es nicht so einfach ersichtlich, was tatsächlich alles hinter der Logistik steckt, wie viele unterschiedliche Berufe sich unter dem Hauptbegriff in der Logistikwirtschaft verstecken:

  • Kaufmann / -frau – Spedition- und Logistikdienstleistungen
  • Kaufmann / -frau – Kurier-, Express- und Postdienstleistungen
  • Kaufmann / -frau – Eisenbahn- und Straßenverkehr
  • Kaufmann / – frau – Verkehrsservice
  • Luftverkehrskaufmann / -frau
  • Schifffahrtskaufmann / – frau
  • Fachkraft – Fahrbetrieb
  • Fachkraft – Hafenlogistik
  • Fachkraft – Kurier-, Express- und Postdienstleistungen
  • Fachkraft – Lagerlogistik
  • Berufskraftfahrer/-in
  • Binnenschiffer/-in
  • Verkehrsflugzeugführer/-in
  • und viele mehr

Diese Berufe sind offensichtlich für den Erfolg der Logistikwirtschaft. Doch gibt es noch weitere Berufe, die hinter den Kulissen ebenfalls zum Erfolg beitragen und genau genommen ohne sie keine gut organisierte Logistik stattfinden kann:

  • Logistik-Controller/-in
  • Gefahrgutbeauftragte/r
  • Logistik-Ingenieur/-in
  • Verkehrsleiter/-in
  • Key Account Manager/-in Logistik
  • Einkäufer/-in Logistik

Die Logistikwirtschaft im Zusammenhang mit dem Bruttosozialprodukt

Wie wir erfahren haben, ist eine erfolgreiche Gesamtwirtschaft ohne die Logistikwirtschaft nicht möglich. Dies gilt nicht nur für die innländischen Geschäfte, sondern auch für grenzüberschreitenden und internationalen Handel. So weit, so gut. Doch was passiert, wenn die Gesamtwirtschaft rückläufig ist? Ja, vielleicht manifestiert sich das Problem zunächst auf eine konkret umschriebene Branche. Wir können es ganz konkret am Fall der Automobilhersteller festmachen. In den Medien wird über die Schwierigkeiten dieser Unternehmer gerne und viel geschrieben. Allerdings sind sie nur die Spitze des Eisberges. Wer spricht von den Zuliefererbetrieben, die oftmals stark spezialisiert sind? Wer spricht von den Subunternehmern, die einen Teil der notwendigen Arbeiten durchführen? Wer spricht von den Unternehmen, unter anderem nämlich die Betriebe der Logistikwirtschaft, die direkt durch den Einbruch der unterschiedlichen Betriebe, die dem Fertigungsprozess angehören, betroffen sind?

Für viele Leser mag es sich anhören, als würde es sich nur um ein minimales Aufkommen handeln, das durch diesen Auftragsrückgang wegfällt. Doch zieht es Kreise, wie der Stein, der ins Wasser geworfen wird. Natürlich lässt es sich nicht genau sagen, welche Betriebe als erstes Maßnahmen ergreifen müssen, um weiterhin schwarze Zahlen schreiben zu können. Wie meist werden dies Entlassungen sein. Doch wenn die ersten damit beginnen, wird es weitere nach sich ziehen. Denken wir an den Stein und seine Auswirkungen. Und ehe wir uns versehen, sind weitere Branchen betroffen: Die Kleidungsindustrie, der Wohnungsmarkt sowie die Immobilienbranche, usw..

Wird dem aktuellen Rückwärtstrend kein Riegel vorgelegt, ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Logistikwirtschaft einen starken Einbruch erfahren wird. Die Pandemie, die immer noch nicht als beendet gilt, ist nur ein Tropfen, der das gesamtwirtschaftliche Fass zum Überlaufen bringen kann.

Was kann die Logistikwirtschaft tun, um ihren Standpunkt halten zu können?

Man muss es den Betrieben und vor allem den Angestellten sämtlicher Logistikunternehmen hoch anrechnen: Sie haben in der akuten Phase der Corona-Krise durchaus bewiesen, dass sie das Land am Laufen halten können! Hut ab! Im Gegensatz zu anderen Branchen gilt die Logistikwirtschaft als systemrelevant und musste somit weitestgehend funktionieren. Und man kann es nicht anders sagen: Es hat fantastisch geklappt, trotz aller Widrigkeiten.

Dennoch ist es schwierig einzuschätzen, ob die Logistikwirtschaft ohne Blessuren auskommen wird. Kein Wunder – der Export ist zeitweilig vollständig zum Erliegen gekommen. Sicherlich ist der Export wie auch der Import von Waren nun wieder weitestgehend möglich. Doch ist der Schaden bereits angerichtet. Man wird sehen müssen, welche Maßnahmen zur Zeit gewählt werden müssen, um die Unternehmen zu stabilisieren und wieder aufzubauen. Sobald der Handel uneingeschränkt wieder national und international in Schwung gekommen ist, werden sich auch die produzierende Unternehmen wieder stabilisieren können. Ob dies aber nun ein kurzweiliger Zeitraum sein wird oder wie lange es tatsächlich dauern wird, kann noch nicht abgesehen werden.